Karin Struck
Leben und Werk der Schriftstellerin Karin Struck (* 1947 † 2006)
»Die in jeder Hinsicht radikal Suchende« (taz)

Grab in München
Ob beim Thema Geschlechterkampf oder Sexualität, Mutterschaft oder Abtreibung, Drogensucht, Generationenkonflikte, Politik oder Religion. Karin Strucks Leben und Werke sind geprägt von der Suche nach Heimat, dem Kampf gegen die Einsamkeit einer Entwurzelten für eine bessere Welt und der Utopie und Unmöglichkeit der Liebe. Ihr Stil, von so manchem Kritiker als formlos empfunden, divergiert zwischen Subjektivität und Entfremdung, zwischen Nähe und Distanz, zu sich zum Modell, zum Text. Ihre Kaiserdisziplin war ihr Tagebuch, die Fundgrube, aus der sie für ihre Werke schöpfte. Karin Struck war unbequem und als Mensch nicht immer einfach, eine ewige Rebellin, die sich immer und manchmal zu sehr engagierte und sich oft zwischen die Stühle stellte, auch dann, wenn sie gegen Windmühlenflügel kämpfte. Immer aber sah sie sich, ihr Schreiben also auch das Subjektive, mithin das Private als Seismograf der Gesellschaft.